Selbstverteidigung für Jugendliche

Selbstverteidigung für Jugendliche in der Selfdefensebox Cologne: Vom Aufbau einer starken Persönlichkeit

„Bruce Lee ey…bester Mann“ – diese Worte bekam einer unserer Trainer von einem 16-jährigen männlichen Besucher eines Jugendzentrums zu hören, wo er im Rahmen seiner Erzieherausbildung tätig war und auch das Thema Kampfkunst & Selbstverteidigung als Projektarbeit auftauchten.

In diesem Satz und auch in seiner Weise, wie und in welcher Situation er gesprochen wurde, tauchen einige Themen auf, die bei der Arbeit mit Jugendlichen zu berücksichtigen sind: Abgrenzungsversuche durch Sprachgebrauch, (auch mediale gespeiste) Faszination für Kraft und Unbesiegbarkeit und mehr.

Der ehemalige Professor für Pädagogik und Pädagogische Psychologie Helmut Fend aus Zürich fasste in seinem Buch „Entwicklungspsychologie des Jugendalters“ – vereinfacht gesagt – „Jugend“ als Werk der Natur, als Werk der Gesellschaft und als Werk seiner_ihrer Selbst. Zuerst setzen reflexive Prozesse gegenüber sich selbst und der Welt ein. Darüber hinaus geschieht der Übergang von der Fremd- zur Selbstlenkung, wo ein eigenes Zielsystem auf- und ausgebaut wird, da der Mensch seine Entwicklung erstmalig selbst in die Hand nehmen muss. Und nicht zuletzt wird die Beziehungslandschaft umstrukturiert.

Nach Fend muss pädagogisches Arbeiten sich auf diese Prozesse hin ausrichten und er bringt Takt, Nachsicht, Souveränität und den Aufbau sicherer Rahmenbedingungen vor. Kurzum: eine Jugendpädagogik mit „Phantasie, Zurückhaltung, Bereitstehen […] und Bereitstellung von Erfahrungen“, ohne dabei beim ‚ersten Blick‘ stehenzubleiben. Wir halten dies auch für eine sinnvolle Orientierung bei unserem Training mit Jugendlichen mit einer professionellen ‚kanalisierten Nähe‘.

Im Jugendtraining der Selfdefensebox Cologne können Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren trainieren, wobei es Sinn machen kann, Aufteilungen von c.a. 10-13 und 13-16 Jahren vorzunehmen, da Unterschiede im Spielverhalten, Konzentrationsfähigkeit und physisch-emotionaler Entwicklung vorkommen. Bis auf Weiteres findet das Training in geschlechtergemischten Gruppen statt, wobei auch Kooperationen mit weiterführenden Schulen und Jugendzentren angebahnt sind, wo geschlechtshomogene Gruppen gewünscht sind: Daher nehmen wir dies zum Anlass, das Thema der geschlechtergemischten Gruppe(n) mit den Kindern und Jugendlichen partizipativ auszuhandeln: diese haben wirklich Gewicht bei Entscheidungen, die sie angehen. Dies beschränken wir nicht nur auf die Frage der Geschlechtlichkeitsthematik sondern auch auf mögliche Inhalte der Trainingsgruppe(n).

Ziel des Jugendtrainings ist die Förderung von Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz der Teens und Jugendlichen: Sollte sich bei Wünschen und Erwartungen das Themengebiet der Selbstverteidigung ergeben, so ist eine (anfragbare) Orientierung für das Geflecht von Sach- und Selbstkompetenz der Sozialpädagoge Olaf Zajonc. Bei ihm bzw. seinem Verein/Ansatz Icando heißt es  bei der Beschreibung des regulären Trainings für Jungen und Mädchen ab 12 Jahren zum Thema Selbstverteidigung:

„Eine ‚persönliche Aufrüstung‘ über das Einstudieren von Techniken zur Selbstverteidigung ist nicht unser Ziel, sondern der Aufbau einer starken Persönlichkeit, die sich auf innere Potentiale und Wachsamkeit- statt auf äußere Kraft und Abwehrtechniken – stützt.“

Dazu kommen auch Themen wie Umgang mit Stress und Emotionen, die alters- und erfahrungsgerecht bearbeitet werden: So bspw. in Themeneinheiten oder durch Geschichten zu Themen „Mutig Angst haben“, „Gewinnen durch Nachgeben“, „Siegen, ohne zu kämpfen“, „Verzweiflung, Wut und down-Regulation“, „Talent, Üben, sich Mühe oder sein akut Bestes geben“. Diese finden in Reflexionsrunden oder Ruhephasen statt, wobei immer wieder auch das spielerische, d.h. fortführbare ‚Kämpfen‘ und Üben als Weg präsent ist.

Geleitet wird unser Jugendtraining von Trainer_innen, die bspw. (Sonder)Pädagogen oder Sportlehrer sind oder einen Hintergrund als Erzieher haben und sich stets fortbilden. So finden aktuelle Inhalte und Themen aus Erziehungswissenschaft, Pädagogik, Sport bzw. Lehren und Lernen von Bewegungen Berücksichtigung in der Planung und Durchführung unseres Trainings (s.a. als Orientierung: Polyloge 09/2015 und Polyloge 16/2016).

Hier kannst Du Dein Kind zum kostenlosen und unverbindlichen Probetraining anmelden:

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