Selbstverteidigung für Kinder

Pänz Defense: Selbstverteidigung für Kinder in der Selfdefensebox Cologne: Freude statt Angst; Ringen, Rangeln, Raufen & mehr

„Er ist der Albtraum aller Eltern – der fremde Mann, der Kinder vom Spielplatz lockt und ins Auto zerrt. In der Realität sind solche Fälle selten.“ Mit diesen Worten begann ein lesenswerter Artikel von Tina Baier in der Süddeutschen Zeitung vom 09.07.2009, der sich kritisch mit dem Thema Selbstbehauptungs- & Selbstverteidigungskurse für Kinder auseinandersetzte:

Kritisch zu sehen sind Kurse, die rein auf das Erlernen körperlicher Techniken setzen, wenn Asymmetrie nicht explizit thematisiert wird: Hat ein 1,30m großes Mädchen eine wirkliche Chance, sich so gegen einen nach- und durchsetzungswütenden Erwachsenen wehren zu können, oder gibt sie sich im Falle eines Scheiterns gar selbst die Schuld, obwohl der Täter verantwortlich ist? Lassen sich auch in so manchen Kursen kommerzieller Anbieter vorkommende Rollenspiele stets erfolgreich gestalten oder bestehen mögliche (Anbahnungs-)Gefahren von (Re-)Traumatisierungen, die möglicherweise Erfolgserlebnisse verhindern oder (ggf. nachträglich) überschatten?

Berücksichtigt man dann Studien, wonach Übergriffe auf Kinder oft durch Bekannte ihrer Eltern oder gar Bekannte ihrer selbst verübt werden, wird das Ganze noch komplizierter: Wie mit Übergriffen durch emotional oder auch ökonomisch wichtige Bezugspersonen umgehen?

„Ein Grundproblem der meisten dieser Kurse ist, dass eine fremde Person mit den Kindern über ein fremdes, heikles Thema spricht“, zitiert Tina Baier in ihrem Artikel den Therapeuten Manfred Cierpka. Dieser ergänzt: „Ein starkes Kind weiß, was es will, was ihm gut tut und was ihm schadet“.

Aus diesen Gründen möchten wir in unserem Kindertraining für Jungen_ & Mädchen_ ab 6 Jahren die Grenzen der uns anvertrauten Kinder wahren und arbeiten eher indirekt, was Übergriffe durch Erwachsene betrifft: Wir wollen Kinder professionell und reflektiert in einer  sog. ‚kanalisierten Nähe‘ unterstützen, dieses eigene ‚Wissen‘ aufzubauen:

Dazu haben wir ein breites Angebot (auch) aus den (zu reflektierenden) Feldern des Ringen, Rangelns & Raufens, die nicht technikorientiert sind, sondern Bewegungsfreude und sich selbst und seine /andere Grenzen spüren und achten ins Zentrum stellen. Dazu gibt es Elemente aus verschiedenen Kampfkünsten oder Arten des Kämpfens – all dies aber ohne Aktionen mit Beschädigungscharakter und als ein kritischer Umgang hinsichtlich möglicher Belastungen im Ringen, Rangeln und Raufen bei situativ unterliegenden Teilnehmenden.

Ferner werden Themen wie Umgang mit Emotionen erarbeitet, dies aber soweit nicht an Übergriffsthematiken, sondern kindgerecht und ohne (geschürte) Angst: So bspw. in/durch Kinderkampfkunstgeschichten zu Themen „Mutig Angst haben“, „Gewinnen durch Nachgeben“, „Siegen, ohne zu kämpfen“, „Verzweiflung, Wut und down-Regulation“, „Talent, Üben, sich Mühe oder sein akut Bestes geben“. Diese finden in Reflexionsrunden oder Ruhephasen statt.

Unsere Hoffnung: Ihr Kind soll in einer sicheren Atmosphäre voll Freiwilligkeit und Heiterkeit Erfahrungen machen, dass es ‚gesehen‘/anerkannt wird, dass es spürt/weiß, ‚was es will, was ihm guttut und was ihm schadet‘ und es kann dann ggf. im Rahmen seiner Möglichkeiten für sich und andere einstehen oder sich anvertrauen.

Dabei können auch Wünsche, Erwartungen und Erfahrungen der Kinder mit einfließen, wenn diese Themen von sich aus aufbringen. Sollte dabei bspw. das Thema körperlicher Auseinandersetzungen mit Peers oder ungefähr Gleichaltrigen aufkommen, gilt: Wir können in Absprache mit Kindern bzw. Eltern Deeskalation bzw. solche Konflikte entschärfende Handlungsweisen einüben, ohne dabei in ein bloßes Sammelsurium bzw. Nebeneinander von Techniken und Spielen zu verfallen.

Kurzum gesagt: Wir möchten Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz sowie ggf. Verteidigungsfähigkeit als Grundlagen einer soweit handlungsbasierten Lebensbewältigung der Kinder stärken. Dabei sind in unserem Trainer_innen-Team sich stets fortbildende (Sonder-)Pädagogen, Sportlehrende oder Erzieher tätig, die praktisch wie wissenschaftlich mit Kindern entsprechend arbeiten (vgl. bspw. Polyloge 19/2015).

Hier kannst Du Dein Kind zum kostenlosen und unverbindlichen Probetraining anmelden.

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Anmerkungen:
Weitergehende Informationen, worauf Du als Elternteil bei Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskursen für Kinder achten solltest, findest Du in den Flyern u.a. herausgegeben vom/von
Landeskriminalamt Baden-Württemberg (2005)
der Bremer Polizei (2016)